Für diesen sterbenden Sommer…

 

An einen alten Baum

 

Im Rausch erglühtes Wesen über mir,

Das spendet: Schatten und den Ton im Wind,

Der seine Wimpern windend wendet,

Nach innen her, nach außen hin.

 

Der Mutter nah, des Himmels Launenspiel,

Bild

‚Vertraue!‘, ist sein einz’ges, stilles Wort,

‚Im Urgrund sei, zum Himmel baue!‘,

So führt mein Sinn sein Sinnen fort.

 

Doch er, der mir im Stillen zeigt,

Dass man erwächst, doch nie entrinnt,

Ist nur mehr da, und ist, und schweigt,

Gleich einem ewig sehnsuchtsfernen Kind.

 

Ich geh, und nie wird er mich greifen,

Er ist sich selbst Ergriffenheit.

Wie eine Frucht lässt er mich reifen,

Und übergibt mich meiner eig’nen Zeit.

 

07/2013/Chiemsee

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2 Gedanken zu “Für diesen sterbenden Sommer…

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